Ausflüge, Pilgern, Reisen

An den bisherigen Wochenenden bin ich häufig in die umlegende Umgebung gefahren. Zum Beispiel nach Samaipata. Es ist ein eher touristisches Hippiedorf, in welchem wir nach einer drei-stündigen, regnerischen und holprigen Fahrt durch wunderschöne Natur ankamen. Dort liefen wir erst einmal ein wenig durch das Dorf und danach stiegen wir auf einen Berg. Wir Mädchen hatten leider nur ein Paar Schuhe dabei, welches schon nass war und deshalb wanderten wir barfuß, die Jungs hatten alle an ein zweites Paar Schuhe gedacht. Am nächsten Tag waren wir bei kleinen Wasserfällen, die wir nach einem angenehmen und abenteuerlichen Weg durch den kühlen Fluss erreichten. Tanja und ich blieben ein Weilchen am Wasserfall zurück, während die Jungs schon weitergezogen sind, um ein paar Parkour-Videos zu drehen.  Wir hatten eine sehr interessante Unterhaltung über unterschiedliche Realitätswahrnehmungen, wir betrachteten eine Bergspitze und beschrieben uns gegenseitig kurz, was uns Besonderes auffällt oder direkt ins Auge gestochen ist. Der Unterschied unserer subjektiven Wahrnehmungen war wirklich spannend. Nach der Rückfahrt mit Bus und Mikro fiel ich zu Hause zufrieden in mein Bett.

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Wandern
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Die Cuevas

In Buena Vista war ich einige Wochen später. Wir wanderten in der Abenddämmerung auf einer sandigen Straße von Palmen umgeben zum Fluss und badeten dort. Ich verbrachte die entspannteste Nacht, die ich hier jemals hatte. Am nächsten Tag von der Sonne und Vogelgezwitscher geweckt spazierten wir über den ruhigen Plaza und schauten uns die Kirche an. Daraufhin fuhren wir zu einem Cafetal, auf welchem wir eine Kaffeeplantagenführung bekamen und ich den besten Espresso meines Lebens trank mit einem wunderschönen Ausblick in die grünen Weiten der Umgebung von Buena Vista.

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Kaffeeplantagenführung
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Sonnenuntergang über dem Fluss

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Cholita mit Mann auf der Plaza von Buena Vista

Mein bisher schönster Ausflug war zu den Espejillos. Es war der Tag nach meinem Geburtstag. Wir fuhren relativ früh mit dem Micro aus Santa Cruz und hatten nach etwa einer Stunde den Ort erreicht, von welchem aus es mit einem Camioneta weiterging. Diese Straße ging durch einen richtigen Urwald und wir überquerten viele kleine und einen sehr großen Fluss. Ich saß leider falsch rum und hatte neben mir eine Plane, daher konnte ich nicht so viel sehen. Zwei Freunde von mir standen ganz cool hinten am Camioneta und hielten sich an einer Stange fest. Dadurch hatten sie einen super Ausblick. Nach einem kurzen Wanderweg erreichen wir die Wasserfälle und springen sofort ins Wasser um dort zu planschen. Ich fühle mich ein wenig unwohl mit meinem Bikini, denn hier badet man mit Kleidung und zeigt nicht so viel nackte Haut. Deswegen lasse ich meinen Rock an. Wir verbringen den ganzen Tag dort und rutschen einige kleinere Wasserfälle runter, springen von einer Klippe und sind glücklich endlich mal bei der ständigen Hitze hier baden zu können. Abends werden wir von einem netten Herren hinten auf seinem Pick-up mit zurück nach Santa Cruz genommen. So traurig ich bei der Hinfahrt war, dass ich die Natur nicht sehen konnte, so glücklich bin ich nun, denn ich kann mich hinten auf den Pick-up stellen und strecke meine Arme nach oben. Timon macht Reggae-Musik an und ich genieße die Fahrt in vollen Zügen. Die Abenddämmerung, der Wind in meinen Haaren, meine von der Sonne und dem Wasser erschöpfte Haut, die sandige Straße und der Urwald um mich rum. Ich kann nicht anders und schreie und lache jedes Mal, wenn wir ein bisschen schneller fahren. Dieses Gefühl bedeutete für mich Freiheit.

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Diesen Montag sind wir in der Nacht 4 Stunden lang nach Cotoca gepilgert und haben dabei 15 Kilometer am Stück zurückgelegt. Es war wirklich cool mit ungefähr 30.000 Menschen dieselbe Strecke zur selben Zeit zurück zu legen. Ich habe fast schon Platzangst bekommen, doch habe mich ebenso wohl gefühlt zwischen dieser Riesenmasse an Menschen, mitten in der Nacht, auf einer dicken Schnellstraße, von dem unnatürlich grellen Licht der Straßenlaternen erleuchtet und dem Geruch von Gebratenem in der Nase.

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Massenpilgerung zur Virgen (Jungfrau) de Cotoca

 

Leider gibt es in dem Projekt, in welchem ich Cello unterrichtet habe, zurzeit kein Cello mehr. Das heißt ich habe wieder zwei Nachmittage, an denen ich nichts zu tun habe, deswegen hab ich nun angefangen in dieser Zeit die Wände in der Guarderia zu bemalen, während die Kinder schlafen. Jeden Vormittag studieren meine Mitfreiwillige und ich mit den Kindern ein Krippenspiel und ein Weihnachtslied ein, welche wir bald vor den Eltern aufführen werden. In den nächsten Tagen wollen wir nochmal Plätzchen backen und wir verbringen viel Zeit damit „Macarena“ zu tanzen. In den Centros Culturales biete ich zurzeit einen Weihnachstbastelkurs an und bald wollen wir einen kleinen Garten anlegen.

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Sackhüpfen

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Auf der Wiese gibt es viele Mango-Bäume

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Meine Süßen
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Lecker Obstsalat

Ab Weihnachten habe ich dann erst mal Ferien und werde mit einer Freundin nach Argentinien oder Brasilien reisen. Unser erstes Ziel werden auf jeden Fall die Iguazú-Wasserfälle sein.  Am 09. Januar beginnt das Zwischenseminar in Sucre und wir werden bis dahin durch Südamerika reisen. Bis jetzt haben wir noch keine feste Route. Ich freue mich schon sehr auf die Reise und mir gefällt sehr gut, dass wir bis jetzt noch keinen festen Reiseplan haben. Ich denke wir werden sehr viel spontan machen und uns einfach von unserer Intuition leiten lassen.

 

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