„Die großen Leute verstehen nie etwas von selbst. Für die Kinder ist es zu mühsam, ihnen immer wieder alles erklären zu müssen.“ (Der kleine Prinz)

 

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Nach etwa einem Monat haben sowohl ich als auch die Kinder sich endlich an die Guarderia gewöhnt. Der Alltag hat wieder eingesetzt und wir machen mit den Kindern der ältesten Gruppe jeden Tag Puzzles, malen etwas, kneten, basteln etwas Einfaches, lernen die Vokale, gehen auf den Spielplatz oder sehen einen „Lernfilm“.

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Mein Lieblingstag ist immer noch der Freitag, auf der Cancha (Sportplatz,Wiese). Dort ist meine Lieblingsbeschäftigung zurzeit Markt zu spielen. Ich werde von den Kindern mit Blättern, Stöcken und Sand bekocht. Das macht den Kindern sehr viel Spaß und es freut mich, wenn die Kinder ihrer Kreativität, welche sonst leider kaum gefördert wird, freien Lauf lassen und mir alle möglichen Leckereien, Suppen und Früchte servieren. Wir spielen ein bisschen Ball-im-Kreis-hin-und-her-werfen und machen Wettrennen.

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Die Kinder diesen Jahres sind um einiges ruhiger und gehorsamer als die letzten Jahres. Und mittlerweile habe ich die Eigenheiten und Individualitäten einiger Kinder schon kennen und lieben (oder manchmal eben auch nicht) gelernt. Es gibt ein Mädchen (Pricila), das mich beim Malen immer wieder aufs Neue beeindruckt. Es malt Schmetterlinge, Blumen, Tiere und Häuser ganz frei aus ihrer Fantasie heraus. Das mag jetzt nicht so besonders klingen, doch hier ist es mit 5 Jahren tatsächlich etwas Besonderes, wenn man „frei malen“ kann. Denn die meisten Kinder, sehen mich nur verständnislos an, wenn ich sie dazu auffordere ihre Mutter oder eine Blume zu malen und sagen dann, das können sie nicht und ich solle ihnen das malen. Sie haben kaum Vertrauen in die eigene Kreativität und in ihr eigenes Können. Einige Kinder können den Stift nicht halten und mit viel Geduld zeige ich ihnen, wie sie den Stift so führen, dass ein gerader Strich gemalt werden kann oder wie sie eine Fläche ausmalen. Wenn sie mir mittlerweile ihr Gemaltes zeigen, bestärke und lobe ich sie ganz besonders, damit sie mehr Mut gewinnen und sich trauen etwas zu erschaffen.

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Ebenso beim Kneten machen alle Kinder nur Würmchen, wenn überhaupt. Oft erkenne ich nicht, was es darstellen soll, doch jedes Mal sage ich: „wow, wie toll, oh ja , das ist ja schön geworden“. Die andere Tia tut es mir mittlerweile nach und wir loben die Kinder, damit sie sich immer mehr trauen sich ihrer Fantasie zu bedienen. Denn selbst die Tia hat kaum Mut etwas zu malen und denkt immer sofort, dass es hässlich ist. Jedes Mal, wenn es darum geht, etwas zu basteln oder zu malen, lässt sie mich das tun. Mir persönlich ist sehr wichtig, dass jeder Mensch den Mut hat etwas aus der eigenen Fantasie zu erschaffen, denn in der eigenen Fantasie kann es kein gut oder schlecht, schön oder hässlich geben, denn sie muss sich an keinerlei Normen richten.

Pricila eben hat auch beim Kneten viele eigene Ideen und kann mir zu jeder ihrer Kreation eine Geschichte erzählen und das zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht. Einige Kinder tuen es ihr mittlerweile schon nach, denn sie merken wie sehr es mich freut, wenn sie mir neue Dinge bringen, und nicht immer nur Knetewürmer. Doch selbstverständlich lobe ich auch diejenigen, die mir stolz einen riesigen Knetball bringen. Ich hoffe die Kinder werden ihre Kreativität noch weiter entwickeln und ideenreicher im Umgang mit Stiften und Knete oder auch einfach beim gemeinsamen Spielen. Denn ich denke eines der schönsten Dinge der Kindheit ist die Möglichkeit sich seiner eigenen Fantasie uneingeschränkt zu bedienen, da das eigene Realitätskonstrukt noch nicht so gefestigt ist.

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Ich helfe mittags wieder beim Füttern und Wickeln der Babys, und wenn alle Babys mit ihren Nuckelflaschen nebeneinander auf den Matratzen liegen, gehe ich heim, um essen zu kochen. Danach fahre ich in mein anderes Projekt, das Kulturzentrum. Dort will ich nun Perlentiere mit älteren Kindern machen und wir sind gerade dabei einen Garten anzulegen, doch das steckt noch alles in den Kinderschuhen. Deswegen werde ich darüber erst in einigen Wochen etwas zu berichten haben.

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Wieder „zu Hause“

Nun sind es wirklich schon zweieinhalb Monate, in welchen ich mich nicht gemeldet habe. Ich habe so unfassbar viel erlebt und versuche euch jetzt davon zu berichten.  Alles fing mit Weihnachten an, welches ich bei der Familie einer Freundin verbrachte. Es war ein sehr unästhetisches Weihnachten, es wurde ein Ferkel in den Ofen geschoben und Silvesterkracher gezündet. Da die Böller leider umfielen hatte ich einen kurzen Moment die Befürchtung gleich zu sterben, denn die Böller schossen uns um die Ohren. Ich flüchtete geschockt ins Haus und wurde von allen Familienmitgliedern ausgelacht.

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Am nächsten Tag startete ich mit einer Freundin los über Paraguay nach Argentinien. Wir besuchten viele wundervolle Orte und lernten bereichernde Menschen kennen. Ich zeige euch am liebsten ganz viele Fotos, denn es wäre viel zu viel um alles niederzuschreiben.

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Iguazu-Wasserfälle

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Es war unbeschreiblich.
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Die Waschbären wurden nach einiger Zeit ganz schön aufdringlich
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Drei-Länder-Grenze: Brasilien, Paraguay und Argentinien
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El Caminito, Buenos Aires
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Tango
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Mar del Plata

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Lecker Haare
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Als Mülltüte verkleidet in der Kirche

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Einer der eindruckvollsten Tage war der letzte Tag. Wir fuhren von Salta nach Tilcara, um dort einen Tag zu verbringen und durch die bunte Quebrada zu laufen. Auf dem Wanderweg zur „Garganta del Diablo“ lernten wir zwei Argentinier aus Buenos Aires kennen und einer hatte eine Gitarre dabei. Wir beschlossen den Tag gemeinsam zu verbringen, denn wir verstanden uns wirklich gut und hatten interessante Gespräche über Gott und die Welt, also wortwörtlich.  Wir tranken an einem Wasserfall zusammen Mate-Tee  -das ist das argentinische Nationalgetränk- und hörten Martin ein selbstgeschriebenes Lied singen.

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Unsere Wanderkumpanen
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Quebrada en Tilcara

Am Abend brachten die zwei uns ein wenig traurig zum Bus und wir fuhren weiter an die bolivianische Grenze, welche leider den ganzen nächsten Tag wegen einem Autorennen gesperrt wurde und wir durften erst mal warten. Zwei Tage später kamen wir dann etwas verspätet in Sucre beim Seminar an.

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Kurzes Schläfchen an der Grenze

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Nach dem Seminar bin ich mit einigen Freundinnen mit nach La Paz bzw. El Alto gefahren, da ich dort den nächsten Monat arbeiten wollte, da mein Projekt in Santa Cruz bis Mitte Februar Ferien hatte. Ich verbrachte ein Wochenende alleine am Titikakasee und feierte Karneval in Oruro und La Paz.

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7 Uhr morgens in Copacapana, ich war sehr begeistert von dem Regenbogen
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Isla del Sol
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Lago Titicaca
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Inka-stätte Tiwanaku, wir waren fast begeisterter vom Wetter als von den Ruinen
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Hexenmarkt mit Lamaföten
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Illimani, La Paz
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Karneval, Oruro

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Nun bin ich seit kurzer Zeit wieder nach Santa Cruz und in mein Projekt zurückgekehrt. Die Hitze ist wirklich gewöhnungsbedürftig und es gibt neue Kinder, welche sich mit viel Weinen auch erst mal eingewöhnen müssen. Da bin ich grad lieber bei den Babys, die wenigstens aufhören zu weinen, wenn ich mit ihnen kuschele und spiele. Natürlich bin ich auch bei den größeren Kindern, doch da ist das grade alles ein wenig schwierig, da die Tia alle zwei Tage wechselt, denn es ist zurzeit wirklich anstrengend mit den Kindern. Ich werde bald mehr davon berichten, wenn ich hoffentlich wieder frohere Neuigkeiten habe.

Als ich vor einer Woche unangekündigt  in den Hogar kam, wo ich Cello unterrichte, habe ich mich erstmal lange mit meinen Freunden Magdalena und Eddy unterhalten. Als ich dann nach einigen Stunden wieder gegangen bin und mir dachte, dass ich meine Celloschülerinnen dann ein anderes mal wiedersehen werde. Wurde ich von einem Schrei erschreckt. Adela rannte auf mich zu und drückte mich ganz fest und umarmte mich mindestens 3 Minuten. Sie sagte sie hätte mich so vermisst und dachte ich würde nie wieder kommen. Ich war so überrumpelt von all der Liebe, die mir diese Umarmung gab, dass ich glaube ich kaum etwas zurück geben konnte. Erst eine halbe Stunde später, als ich im Micro saß, wurde mir klar wie schön dieses Erlebnis grade war. Ich bekomme immer noch Tränen in die Augen, wenn ich daran denke. Es war eindeutig die ehrlichste Umarmung, die ich jemals bekommen habe.

An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei meinen Spendern bedanken, die mir dazu verholfen haben, dieses Jahr zu ermöglichen. Ich habe mittlerweile schon so viel gelernt und so viele Eindrücke gesammelt und habe ebenfalls einigen Menschen hier etwas gegeben, was man durch materielle Spenden nicht erreichen kann. Vielen Dank an meinen Onkel Johannes, an meinen Vater, an Margarete Kreuzer, an meine Pfarrer Herr und Frau Dempewolf, und an meinen Großvater Klaus und seine Frau Monika.

 

Ausflüge, Pilgern, Reisen

An den bisherigen Wochenenden bin ich häufig in die umlegende Umgebung gefahren. Zum Beispiel nach Samaipata. Es ist ein eher touristisches Hippiedorf, in welchem wir nach einer drei-stündigen, regnerischen und holprigen Fahrt durch wunderschöne Natur ankamen. Dort liefen wir erst einmal ein wenig durch das Dorf und danach stiegen wir auf einen Berg. Wir Mädchen hatten leider nur ein Paar Schuhe dabei, welches schon nass war und deshalb wanderten wir barfuß, die Jungs hatten alle an ein zweites Paar Schuhe gedacht. Am nächsten Tag waren wir bei kleinen Wasserfällen, die wir nach einem angenehmen und abenteuerlichen Weg durch den kühlen Fluss erreichten. Tanja und ich blieben ein Weilchen am Wasserfall zurück, während die Jungs schon weitergezogen sind, um ein paar Parkour-Videos zu drehen.  Wir hatten eine sehr interessante Unterhaltung über unterschiedliche Realitätswahrnehmungen, wir betrachteten eine Bergspitze und beschrieben uns gegenseitig kurz, was uns Besonderes auffällt oder direkt ins Auge gestochen ist. Der Unterschied unserer subjektiven Wahrnehmungen war wirklich spannend. Nach der Rückfahrt mit Bus und Mikro fiel ich zu Hause zufrieden in mein Bett.

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Wandern
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Die Cuevas

In Buena Vista war ich einige Wochen später. Wir wanderten in der Abenddämmerung auf einer sandigen Straße von Palmen umgeben zum Fluss und badeten dort. Ich verbrachte die entspannteste Nacht, die ich hier jemals hatte. Am nächsten Tag von der Sonne und Vogelgezwitscher geweckt spazierten wir über den ruhigen Plaza und schauten uns die Kirche an. Daraufhin fuhren wir zu einem Cafetal, auf welchem wir eine Kaffeeplantagenführung bekamen und ich den besten Espresso meines Lebens trank mit einem wunderschönen Ausblick in die grünen Weiten der Umgebung von Buena Vista.

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Kaffeeplantagenführung
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Sonnenuntergang über dem Fluss

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Cholita mit Mann auf der Plaza von Buena Vista

Mein bisher schönster Ausflug war zu den Espejillos. Es war der Tag nach meinem Geburtstag. Wir fuhren relativ früh mit dem Micro aus Santa Cruz und hatten nach etwa einer Stunde den Ort erreicht, von welchem aus es mit einem Camioneta weiterging. Diese Straße ging durch einen richtigen Urwald und wir überquerten viele kleine und einen sehr großen Fluss. Ich saß leider falsch rum und hatte neben mir eine Plane, daher konnte ich nicht so viel sehen. Zwei Freunde von mir standen ganz cool hinten am Camioneta und hielten sich an einer Stange fest. Dadurch hatten sie einen super Ausblick. Nach einem kurzen Wanderweg erreichen wir die Wasserfälle und springen sofort ins Wasser um dort zu planschen. Ich fühle mich ein wenig unwohl mit meinem Bikini, denn hier badet man mit Kleidung und zeigt nicht so viel nackte Haut. Deswegen lasse ich meinen Rock an. Wir verbringen den ganzen Tag dort und rutschen einige kleinere Wasserfälle runter, springen von einer Klippe und sind glücklich endlich mal bei der ständigen Hitze hier baden zu können. Abends werden wir von einem netten Herren hinten auf seinem Pick-up mit zurück nach Santa Cruz genommen. So traurig ich bei der Hinfahrt war, dass ich die Natur nicht sehen konnte, so glücklich bin ich nun, denn ich kann mich hinten auf den Pick-up stellen und strecke meine Arme nach oben. Timon macht Reggae-Musik an und ich genieße die Fahrt in vollen Zügen. Die Abenddämmerung, der Wind in meinen Haaren, meine von der Sonne und dem Wasser erschöpfte Haut, die sandige Straße und der Urwald um mich rum. Ich kann nicht anders und schreie und lache jedes Mal, wenn wir ein bisschen schneller fahren. Dieses Gefühl bedeutete für mich Freiheit.

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Diesen Montag sind wir in der Nacht 4 Stunden lang nach Cotoca gepilgert und haben dabei 15 Kilometer am Stück zurückgelegt. Es war wirklich cool mit ungefähr 30.000 Menschen dieselbe Strecke zur selben Zeit zurück zu legen. Ich habe fast schon Platzangst bekommen, doch habe mich ebenso wohl gefühlt zwischen dieser Riesenmasse an Menschen, mitten in der Nacht, auf einer dicken Schnellstraße, von dem unnatürlich grellen Licht der Straßenlaternen erleuchtet und dem Geruch von Gebratenem in der Nase.

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Massenpilgerung zur Virgen (Jungfrau) de Cotoca

 

Leider gibt es in dem Projekt, in welchem ich Cello unterrichtet habe, zurzeit kein Cello mehr. Das heißt ich habe wieder zwei Nachmittage, an denen ich nichts zu tun habe, deswegen hab ich nun angefangen in dieser Zeit die Wände in der Guarderia zu bemalen, während die Kinder schlafen. Jeden Vormittag studieren meine Mitfreiwillige und ich mit den Kindern ein Krippenspiel und ein Weihnachtslied ein, welche wir bald vor den Eltern aufführen werden. In den nächsten Tagen wollen wir nochmal Plätzchen backen und wir verbringen viel Zeit damit „Macarena“ zu tanzen. In den Centros Culturales biete ich zurzeit einen Weihnachstbastelkurs an und bald wollen wir einen kleinen Garten anlegen.

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Sackhüpfen

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Auf der Wiese gibt es viele Mango-Bäume

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Meine Süßen
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Lecker Obstsalat

Ab Weihnachten habe ich dann erst mal Ferien und werde mit einer Freundin nach Argentinien oder Brasilien reisen. Unser erstes Ziel werden auf jeden Fall die Iguazú-Wasserfälle sein.  Am 09. Januar beginnt das Zwischenseminar in Sucre und wir werden bis dahin durch Südamerika reisen. Bis jetzt haben wir noch keine feste Route. Ich freue mich schon sehr auf die Reise und mir gefällt sehr gut, dass wir bis jetzt noch keinen festen Reiseplan haben. Ich denke wir werden sehr viel spontan machen und uns einfach von unserer Intuition leiten lassen.

 

Mein Arbeitstag

So Ihr Lieben, erstmal tut es mir leid, dass ich mich die letzten zwei Monate nicht gemeldet habe. Doch wie soll ich denn diese unfassbaren Erlebnisse hier, welche mit meinem Verstand kaum zu begreifen sind, in angemessene Worte fassen?

Ich versuche jetzt einfach mal meinen Alltag zu beschreiben. Ich stehe um 6:30 Uhr, manchmal auch um 6:00 Uhr, auf. Meistens werde ich gegen diese Uhrzeit durch das nervtötende Gekrächz der Loros meiner Gastoma, an das ich mich mittlerweile beinahe gewöhnt habe, aufgeweckt. Ich frühstücke Früchte mit Joghurt und Chiasamen, oder ein Brötchen mit Dulce de Leche. Dann mach ich mich nach einem kleinen Plausch mit meiner Mitbewohnerin Tanja auf den Weg zur Arbeit. Ich laufe etwa 15 Minuten durch mein Viertel, und kurz nachdem ich an der Schule vorbeigelaufen bin, kommt meine Guarderia. Dort begrüße ich erst einmal meine Chefin, die vor dem Eingang an die Schulkinder Kakao,  Säfte, Empanadas (gefüllte Teigtaschen), Pollitos (hier frühstücken manche Hühnchen), alle möglichen Süßigkeiten, und so weiter. Daraufhin laufe ich die Treppe hoch und begrüße die anderen Tias und meine Mitfreiwillige. Ein paar Kinder sind schon da und nach und nach treffen immer mehr ein. In der ersten Stunde laufe ich meistens von Sala zu Sala und unterhalte mich mit den Kindern oder den Tias und wenn eine Mutter oder Vater ihre Kinder bringen, hole ich sie an der Pforte ab und begleite sie über den Gang zu ihrem Sala.

Normalerweise kommen die Kinder an und sehen erst einmal fern bis es Frühstück gibt.
Normalerweise kommen die Kinder an und sehen erst einmal fern bis es Frühstück gibt.

Danach gibt es Frühstück, welches normalerweise aus viel zu süßem Tee oder Kakao mit einem Brötchen oder einem Keks besteht. Je nachdem in welchem Sala ich bin, bei den Babys den 2-3- Jährigen oder den 4-6-Jährigen, mache ich während des Frühstückes schon die Cuadernos (Hefte mit leeren Seiten). Ich zeichne einen Buchstaben oder eine Frucht, ein Gemüse, ein Tier, oder andere Dinge in 20-30 Hefte. Wenn ich fertig bin teile ich die Hefte mit der anderen Tia aus. Die Kinder bekleben die Zeichnung mit kleinen Schnipseln aus buntem Papier, die ich mit der anderen Tia ebenfalls vorher zurechtgeschnitten habe, da die Kinder keine Scheren verwenden dürfen bzw. können, oder sie malen es mit Kreide oder Buntstiften aus.  Die letzten Wochen haben wir im Sala der älteren Kinder jeden Tag zwei neue Buchstaben durchgenommen, und als alle fertig waren mit ausmalen bzw. bekleben haben wir das ABC zusammen aufgesagt. Einige Male habe ich ein ABC-Lied mitgebracht und wir versuchten uns mit den Kindern in einen Kreis zu setzen und es zu singen. Da einige Kinder nächstes Jahr in die Schule kommen, ist es für sie wichtig die Buchstaben zu lernen. Allerdings haben die 4-Jährigen noch kein wirkliches Verständnis dafür gehabt, was das ist, was sie gerade ausmalen und auswendig lernen sollen, und daher konnten sie kein sonderlich großes Interesse dafür aufbringen. Das ist dann oft in Streitereien und „Herumgerenne“ ausgeartet, während ich mit den Größeren versucht habe zu singen. Die andere Tia versucht das Chaos zu beruhigen, indem sie mit einer Rolle mit einem lauten Knall auf den Tisch schlägt. Das macht sie jedoch sehr oft, sodass man sich an den Lärm, der dadurch noch entsteht, gewöhnt hat. Nach einigen Ermahnungen setzen sich die Kinder wieder und es wird weiter gesungen. Wir haben leider keine Boxen im Kindergarten, nur welche, die man an den Fernseher anschließen kann, welche jedoch auch nicht immer funktionieren. Deshalb habe ich  meine Minibox mitgebracht, die allerdings sehr leise ist. Danach gibt es dann schon die Merienda, die Zwischenmahlzeit. Papaya und Banane oder ein paar Kekse. Die Kinder haben meist auch alle etwas kleines Süßes dabei. Danach gehen wir manchmal auf den Spielplatz oder beschäftigen uns anderweitig. Zum Beispiel versuche ich mit den Kindern „Mein rechter, rechter Platz ist frei…“ zu spielen. Das verstehen sie bis jetzt jedoch noch nicht und es fehlt ihnen bis jetzt auch an der nötigen Aufmerksamkeit, um den Verlauf des Spieles zu verstehen. Es ist auch sehr schwer die Kinder zu beschäftigen, denn das einzige, was es in dem Sala gibt, sind ein Fernseher, Stifte, die Cuadernos, Gomaeva (buntes gummiartiges Papier zum Basteln), ein paar Puzzle, Spitzer, Radiergummi, Scheren, einen Ball, und ein paar Matratzen und Decken.  Wenn 25 Kinder in einem Raum sind und es wirklich keine Spielsachen gibt, ist es nicht so einfach sie bei Laune zu halten. Jedes einzelne für sich ist wie jedes Kind wahnsinnig liebenswürdig. Es macht Spaß mich mit ihnen zu unterhalten und ein bisschen zu kuscheln, wenn sie zu mir herkommen sich auf meinen Schoß setzen und anfangen ihre Geschichten zu erzählen, mir ihre kleinen Wunden zeigen oder ihre neu gekauften Schuhe. Doch wenn ich alle auf einem Pulk habe, fällt es mir doch manchmal schwer meine Arbeit wirklich zu mögen. Denn es ist ständig so unglaublich laut und wild, und leider manchmal wirklich erfolglos, wenn noch nicht mal gemeinsames Singen funktioniert.                                                                                                                                       Danach gegen 11:30 Uhr gehe ich meist in die Küche und helfe beim Suppe und Hauptspeise austragen und es wird gegessen.

Hier wird gekocht.
Hier wird gekocht.

Manchmal helfe ich nach dem Essen die Babys zu füttern und zu wickeln. Die Kinder werden umgezogen und wenn es ein heißer Tag ist im Waschbecken kurz abgeduscht. Daraufhin ist es daran, die Kinder zum Schlafen zu bringen, wobei manchmal mit sehr fragwürdigen Maßnahmen und Methoden gearbeitet wird. Es wird mit Dingen gedroht, die passieren, wenn sie jetzt nicht sofort einschlafen. Und wer kann schon unter Drohungen schlafen? Ich versuche den Kindern Lieder vorzusingen und sie zu streicheln oder auch eine Geschichte zu erzählen. Doch wer schon einmal versucht hat drei oder  vier Kinder gleichzeitig zum Schlafen zu bringen, der kann sich wohl  vielleicht ansatzweise ausmalen, wie das mit 20 Kindern ist. Wenn dann alle Kinder schlafen wird geputzt.

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Danach sitze ich eigentlich zwei Stunden nur rum und unterhalte mich mit den Tias oder überlege, was man am morgigen Tag machen könnte.

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Meine süßen bebés
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Am Día del estudiante mit „Piñata“
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Zur „Piñata“ gehört auch ein bisschen Tanzen.
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Benjamin

Es ist tatsächlich sehr schwer mich an die Erziehungsmethoden hier zu gewöhnen und sie mit meinem eigenen Gewissen und meinen Idealen zu vereinbaren. Die Kinder werden auf keinen Fall geschlagen und es ist auch nicht so, dass ich nicht verstehen kann, wieso die Tias so handeln, denn sie sind anders sozialisiert als ich Deutsche. Es wird nur sehr viel mit dem Bestrafungs- und Belohnungssystem gearbeitet. Das heißt, wenn sie sich schlecht verhalten, dann wird gedroht. Zum Beispiel damit, dass sie nachmittags nicht auf den Spielplatz dürfen. Allerdings gehen wir nur äußerst selten auf den Spielplatz und es kommen jedes Mal auch die Kinder mit, die eigentlich damit bestraft werden sollten nicht mitkommen zu dürfen. Also wird dieses System nicht einmal durchgezogen. Es gibt noch einige andere sehr viel härtere Drohungen, bei denen ich jedes Mal froh bin, dass sie nicht durchgezogen werden. Ich könnte vieles anderes darüber erzählen, doch habe ich die Befürchtung, dass einige Dinge, die mich immer noch schocken, von Euch falsch verstanden werden könnten. Es ist nämlich nur meine subjektive Meinung und es ist wirklich schwer für mich in die Mentalität hier einzusteigen und langsam einen Einblick zu bekommen, denn ich habe die hierige Sozialisation nicht erfahren und kann nur nach und nach versuchen zu erkennen und zu verstehen, was der Ursprung ihres Handelns ist. Wie sollt Ihr denn objektiv urteilen können, wenn selbst ich mir sehr schwer tue, obwohl ich zurzeit direkt in dieser Mentalität lebe?

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Ich liebe die Freitage…
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denn da geht´s auf die Cancha.

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Mittlerweile habe ich nun endlich ein Projekt gefunden, in welchem ich Cello unterrichten kann. Diese Arbeit ist sehr erfüllend. Ich habe bis jetzt drei Schülerinnen im Alter von 17, 19, und 24, die sich jedes Mal, wenn ich bisher gekommen bin, unglaublich gefreut haben. Es ist außerdem ganz wunderbar mal mit älteren „Kindern“ zu arbeiten. Bis jetzt habe ich nur zwei Mal Unterricht gegeben und habe den Hogar jedes Mal mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen.

Die Wochenenden habe ich meist mit Reisen in umliegende Dörfer, Ausflügen zu Sehenswürdigkeiten oder auf den Markt, mit abends Ausgehen und Tanzen gefüllt. Darüber werde ich Euch beim nächsten Mal berichten.

Facette(n)

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Botanischer Garten
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Vorsicht Alligatoren

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Diesen Samstag war ich tagsüber im botanischen Garten und genoss dort die Natur, das viele Grün und die Abwesenheit der Autogeräusche. Abends war ich dann auf einem Konzert in einem Projekt, in welchem eine andere Freiwillige arbeitet. Dort sang ein Country-musiker mit kräftiger Stimme und spielte dazu auf seiner E-Gitarre.

Ich wollte nur kurz rausschauen um eine wenig frische Luft zu schnappen. Es war wirklich sehr laut, da die Boxen viel zu groß waren für den kleinen Raum.

Die Mondsichel befindet sich hier nicht so wie in Deutschland entweder auf der rechten oder linken Seite, sondern oben oder unten – gerade war sie unten und bildete somit einen Smiley-mund. Und als ich so draußen stand und in den Himmel blickte und mir den Halbmond anschaute, wurde mir zum ersten Mal wirklich bewusst, dass ich gerade in Bolivien bin. Die ungeteerte, sandige Straße, die vielen kleinen eng aneinandergereiten Häuschen, der viele Müll auf dem Boden, an dessen Anblick ich mich beinahe schon gewöhnt hatte, die vielen großen und kleinen Straßenhunde, die beiden Mädchen, die noch herumtollten, der spanische Country-gesang, der aus dem Projektraum erklang. Und ich fühlte mich wirklich glücklich. Obwohl hier zurzeit Winter ist und die Luft endlich ein wenig abgekühlt war, stand ich noch in kurzer Hose und Shirt draußen. Ich konnte kaum einen Stern sehen, da Santa Cruz so eine Riesenstadt ist und das Licht der Stadt die Sterne „frisst“. Nur der Mond leuchtete am Himmel. Es war derselbe Mond, welchen ich in Deutschland gesehen hatte. Doch er sah so anders aus und es fühlte sich auch anders an ihn zu betrachten, auf einem anderen Kontinent, umgeben von einem anderen Lebensgefühl. Ich spürte es, die Andersartigkeit. Es gab hier einfach weniger Hektik, weniger Eile, weniger Hast. Es wurde nicht so stark auf das äußere Scheinbild geachtet, die Kleidung war nicht der oberste Beurteilungsfaktor, wenn man eine Person sah. Und dieses Gefühl, welches die anderen um mich herum ausstrahlten. Dieses Gefühl, welches mir ein 14-jähriges Mädchen gab, mit welchem ich mich kurz darauf unterhielt, welches mir die Umgebung gab, die Luft, der Mond, das Bewusstsein mich an einem völlig anderen Fleck unserer Erde zu befinden, machte mich glücklich. Es fühlte sich weich an und machte mich trotzdem ein wenig wehmütig. Es war klar und trotzdem nicht greifbar. Es machte mich dankbar, dass ich lebe und dass ich so eine feine Emotion spüren durfte. Ich atmete ein. Ich lächelte innerlich und ging wieder hinein.

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Eindrücke

Den unbequemsten und längsten Flug meines Lebens überstanden, als Migrant am Flughafen von Santa Cruz erst mal durchgecheckt worden, stieg ich, nachdem ich eine gefühlte halbe Stunde versucht hatte von einem bolivianischen Geldautomat Geld abzuheben, mit den anderen Freiwilligen in den Micro. Unsere ca. 50 monströse Koffer aufs Dach geschnallt ging die Fahrt los. Die ersten 3 Tage verbrachten wir etwas außerhalb von Santa Cruz in dem Projekt Niño Feliz, wo wir uns erst mal vom Flug erholen konnten und unsere Regionalkoordinatoren Herman und Toti kennen lernten.

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Niño Feliz

In den knapp 2 Wochen, die ich nun schon hier lebe, habe ich schon so unglaublich viel gesehen. Wir sind mit unserem Anwalt hinten auf einem offenen Lieferwagen zu interpol gefahren. Es war eine sehr luftige, windige und interessante Fahrt. Ich habe mir häufig, wenn ich in die Gesichter der Bolivianer, die im Auto oder auf dem Motorrad gefahren sind, gedacht, was die denn wohl gerade denken. Darüber kann ich noch nicht so viel sagen, da ich das Wesen und die Gedankenwelt der Bolivianer noch nicht wirklich kennen gelernt habe.

Ich war bei einem bolivianischen Fußballspiel, denn der Fußballverein Blooming von Santa Cruz war im Copa Cine Center- Finale. Wir standen im Fanblock, da ein früherer Freiwilliger die Bloomingfans kannte und diese uns mit in den Fanblock genommen hatten. Ich hatte noch nie solch eine Stimmung bei einem Fußballspiel erlebt und obwohl ich eigentlich keine große Begeisterung für Fußball hege, wurde ich von der Stimmung mitgerissen. Ein buntes Feuerwerk, Trommeln, Fangesänge, Gehüpfe… leider ist mein spanisch immer noch so schlecht und die Aussprache hier wirklich etwas anders, dass ich die Texte einfach nicht verstehen konnte. Beim ersten Tor fiel ich gleich mal auf den Boden von dem ganzen Herumgehüpfe, was die Bolivianer neben mir sehr lustig fanden, mir jedoch sofort aufgeholfen wurde. Eigentlich durfte man keinen Alkohol mit ins Stadion nehmen, doch überall um mich herum wurde 95%iger Alkohol mit Cola verdünnt und herumgereicht. Irgendwann fiel mir dann die Masse an Polizisten auf, die überall herumstanden, einige auch mit Hunden. Mir wurde erzählt, dass bei dem gestrigen Spiel zwei gegnerische Fanclubs aufeinander losgegangen waren und die Polizei mit Tränengas dagegen vorgegangen ist. Da war ich dann doch glücklich, dass der Verein Blooming den Pokal gewann und es zu keinen Konflikten kam.

Am nächsten Morgen ging ich in mein Projekt, es liegt etwa eine viertel Stunde zu Fuß von meinem Haus entfernt. Mir wurden zuerst die drei verschiedenen Räume gezeigt und den ersten Tag arbeitete ich dann mit den Kindern im Alter von vier bis sechs. Die nächsten Tage lernte ich auch noch die anderen Gruppen kennen. Über die Arbeit dort werde ich erst bald berichten, da ich meine Eindrücke verarbeiten und die Umstände dort einfach noch besser kennenlernen muss.

Alles in allem ist das Leben hier für mich wirklich neu und aufregend. Angefangen beim viel intensiveren Geschmack des Dulce de Leche-Eises bis zu den Fahrten mit dem Bus, welcher hier „Micro“ genannt wird. Man wartet auf ihn nicht an einer Haltestelle, sondern einfach irgendwo auf der Straße und streckt dann die Hand hoch, damit er anhält. Auch die Märkte hier sind ein Erlebnis, es gibt einfach alles und es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass man sich verläuft. Sogar Tattoos kann man sich hier einfach auf offener Straße im Stehen „mal so eben schnell“ stechen lassen. Natürlich gibt es aber auch nicht so schöne Eindrücke, wie zum Beispiel die verdreckten Straßen oder einige Kinder, die am Rande der Straße und neben dem Arbeitsplatz ihrer Eltern ihren Spielplatz gefunden haben.

Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich die letzten Tage ein Freiheitsgefühl miterleben durfte, das ich auf diese Art und Weise noch nicht kannte. Es gibt hier einfach viel weniger Regeln, es gibt zum Beispiel so unfassbar viele Straßenverkäufer, das wäre in Deutschland niemals denkbar, denn da bräuchte man eine Genehmigung und müsste bestimmte Auflagen erfüllen usw.

Santa Cruz ist eine Stadt voller Gegensätze. Arm und Reich leben ganz eng aneinander. Sie hat eine extrem starke Lebendigkeit. Fühlt sich irgendwie heiß an, so als hätte sie Fieber.

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Wo versteckt sich das Huhn?

Die Vorfreude beginnt

Hallo Ihr Lieben,

nun halte ich endlich meinen Vertrag in den Händen und mir wird bewusst, dass sich mein Traum nun bald verwirklichen wird.

Im August werde ich nach Bolivien fliegen und dort ein Jahr lang in Santa Cruz de la Sierra einen Freiwilligendienst absolvieren. Ich werde im ärmsten Land des südamerikanischen Kontinents im Projekt Walter Henry, einer evangelisch-methodistischen Kindertagesstätte am Rande von Santa Cruz arbeiten und die dortigen Mitarbeiter unterstützen. In dieser KiTa werden Kinder von 6 Monaten bis 6 Jahren mit mir ihren Tag verbringen. Mein Aufgabenfeld umfasst die Beschäftigung der Kinder, mit ihnen draußen zu spielen, Windeln zu wechseln, Fläschchen zuzubereiten, sie umzuziehen, ins Bett zu bringen, mit ihnen zu singen und zu spielen, zu malen, mit den 4-6-Jährigen die Buchstaben und Zahlen zu lernen und den 2-4-Jährigen zum Beispiel verschiedene Gemüsesorten oder die Zahlen von 1 bis 10 beizubringen. Hauptsächlich werde ich meiner Meinung nach wohl dazu da sein den Kindern meine Liebe und Zuneigung entgegenzubringen, von der sie in ihrem Elternhaus vielleicht manchmal nicht so viel erwarten können. Selbstverständlich wird meine Arbeit auch darin bestehen die Säle gelegentlich aufzuräumen und zu putzen, vielleicht die Wände zu streichen, die spärliche Ausstattung zu erneuern und vieles anderes. Außerdem habe ich vor in einem anderen Projekt zwei Mal die Woche Cello zu unterrichten. Doch das wird sich alles erst ergeben, wenn ich dort bin und ich werde Euch auch darüber berichten. Meine Intention ist es den Kindern dort jeden Tag ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern, sie spüren zu lassen, dass sie gewollt sind und geliebt werden, ihnen zu zeigen, dass sie ihr Leben meistern können und meistern werden.

Ich möchte im Folgenden noch meine Organisation vorstellen: Das Bolivianische Kinderhilfswerk

Das BKHW setzt sich für die Verringerung von Armut und die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Bolivien ein. Sein Ziel ist Kindern, Jugendlichen und ihren Familien dabei zu helfen, sich in Freiheit zu entfalten, ihr Leben selbst zu gestalten, sich in die Gesellschaft einzugliedern, persönliche Verantwortung zu übernehmen und die gesellschaftliche Entwicklung mitzugestalten. Daher bemüht es sich die Grundbedürfnisse wie ausreichende Ernährung, Bildung und medizinische Versorgung sicherzustellen. Zur Erreichung dieser Ziele sind Freiwillige ein geeignetes Mittel und ein Freiwilligendienst kann Impulse geben für einen engeren internationalen Austausch auf gleicher Augenhöhe. Als überkonfessionelle Nichtregierungsorganisation arbeitet das BKHW mit Partnern aller Kirchen, des Staates und der Zivilgesellschaft zusammen.      (http://www.bkhw.org/)   Das BKHW ist eine Entsendeorganisation des weltwärts-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), welches 75% der Gesamtkosten übernimmt. 25% der Kosten müssen aber vom Freiwilligen getragen werden, der dieses Geld durch den Aufbau eines Förderkreises erwirtschaften soll. Ziel dieser Spendenaktion ist es, Förderer zu finden, die mit Spenden einen Teil dieser Kosten abdecken und gleichzeitig an dem interkulturellen Programm interessiert sind.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mein Projekt, mich und meinen Aufenthalt durch eine kleine Spende unterstützen wollt:  Das Bolivianische Kinderhilfswerk hat für jeden Freiwilligen bereits ein Spendenkonto eingerichtet.

Bolivianisches Kinderhilfswerk e.V.
IBAN: DE12 6115 0020 0100 8333 59                                                                                                       BIC: ESSLDE66XXX

Bitte nennt im Verwendungszweck meinen Namen (Alina Theenhaus) und Eure vollständige Adresse.

Flyer und Jahresberichte lasse ich Euch gerne zukommen.                                                      Wenn jemand an einer Fördermitgliedschaft interessiert ist, meldet Euch einfach bei mir per e-Mail: alina.theenhaus@gmx.de                                                                                                             Nur durch den Aufbau eines solchen Förderkreises ist es möglich, den Aufenthalt zu organisieren und zu finanzieren, ohne dass die bolivianischen Partnerprojekte finanziell belastet werden. Mit einer Spende leistet man also einen ganz konkreten Beitrag zur Völkerverständigung und zum interkulturellen und internationalen Dialog.

Also im August geht es los, und ich hoffe ihr werdet hier gerne mal vorbeischauen, um an meinen Erfahrungen teilzuhaben.

Eure Alina